Wenn Kita-Erzieher Antrag auf Teilzeit stellen

Was beim Antrag auf Teilzeit formal beachtet werden muss 
Rechtsanwalt Holger Klaus

Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers, § 2 TzBfG. So weit, so gut.

Aber wie gelangt man als Arbeitnehmer, also auch als Kita-Erzieher oder Kita-Hausmeister etc., zur Beschäftigung in Teilzeit?

Ganz einfach, man muss einen entsprechenden Antrag beim Arbeitgeber stellen. Allerdings ist es damit allein noch nicht getan.

Denn das Gesetz – wie könnte es anders sein – hat noch einige Hürden aufgestellt, die es zu beachten gilt:

Denn zunächst gilt die Voraussetzung für den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, dass der Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der Personen in Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt, § 8 Abs. 7 TzBfG. 

Das bedeutet, dass ein Kita-Träger zwar einem solchen Antrag zustimmen könnte, es aber nicht muss. Insbesondere kleinere, freie Träger dürften womöglich mit einem solchen Ansinnen Probleme haben, wenn anders die Betreuung nur unter erschwerten Bedingungen zu gewährleisten ist.

Des Weiteren muss der teilzeitwillige Arbeitnehmer in einem Arbeitsverhältnis stehen, das länger als 6 Monate Bestand hat.

Natürlich sind auch hier vorfristig einvernehmliche Regelungen möglich und in Zeiten des allgemeinen Erziehermangels vielleicht auch bedenkenswert.

Schlussendlich – und das wird erstaunlich oft übersehen – muss ein Arbeitnehmer die Verringerung seiner Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens 3 Monate vor deren Beginn geltend machen, § 8 Abs. 2 S.1 TzBfG.

Auch auf diese Frist kann ein Arbeitgeber verzichten, muss aber nicht. Im letzteren Fall kann jedoch dieses zu kurz – also unter Missachtung der Dreimonatsfrist –  gestellte Verlangen so ausgelegt werden, dass der Antrag als zu dem Zeitpunkt gestellt gilt, zu dem die Teilzeit frühestmöglich verlangt werden kann. Mit dieser Frist soll gesichert werden, dass der Arbeitgeber mit ausreichendem Vorlauf prüfen und gegebenenfalls anpassen kann.

Denn ein Arbeitgeber, also der Träger im Kita-, Hort-, oder Schulbereich, hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen, § 8 Abs. 4 TzBfG. 

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veröffentlicht von Rechtsanwalt Holger Klaus

VEST Rechtsanwälte LLP | Berlin
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Bitte beachten Sie, dass der obige Artikel nicht eine rechtliche Beratung im Einzelfall ersetzen kann. Sollten Sie daher Rat zu einem der oben behandelten Themen benötigen, würden wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, gerne auch zunächst per E-Mail, jederzeit freuen.

Rechtsanwalt Holger Klaus ist Autor des Fachbuches:

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ISBN 978-3-407-62853-4
1. Auflage, 128 Seiten.
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Unfallbuch / Verbandbuch in der Kita

Warum ein Kita – Unfallbuch / Verbandbuch sorgfältig geführt werden sollte 
Rechtsanwalt Holger Klaus

Und zack! Tüchtig hingeplumst aber zum Glück außer ein paar Kratzern, einer kleinen Beule am Kopf und einem großen Schrecken mit drei Tränchen ist nicht viel passiert. Jetzt noch schnell trösten und das Kita-Kind kann wieder losflitzen.

Eigentlich müsste jetzt eine entsprechende Eintragung im Unfallbuch bzw. Verbandbuch erfolgen.

Denn die Unfallkassen fordern dies zu Recht auch für sog. Bagatellunfälle. Doch leider unterbleibt dies oftmals angesichts des Trubels, der täglichen Arbeitsbelastung und aufgrund von Fehleinschätzungen. Dies ist für alle Beteiligten in mehrfacher Hinsicht misslich:

Denn zum einen wird dem verunfallten Kind bzw. seinen Eltern hierdurch womöglich ein Rückgriffsanspruch gegenüber der jeweiligen Unfallkasse verwehrt.

Denn auch sog. Bagatellunfälle (oder was dafür gehalten wird) können noch Unfallfolgen nach sich ziehen, die erst mit einiger Verzögerung eintreten.

Schon im obigen Beispiel wäre denkbar, dass sich die erwähnten Kratzer entzünden und es zu einer Blutvergiftung kommt. Oder die kleine Beule am Kopf ist nur der sichtbare Begleitumstand einer Gehirnerschütterung. Sollte es zu solchen Folgen mit zeitlicher Verzögerung kommen, wäre es dann ggf. an den Eltern den Kausalzusammenhang mit einem Kita-Unfall nachzuweisen. Und ein gut geführtes Unfallbuch hilft hier weiter. Denn natürlich werden sich auch Erzieher nicht an alles hinreichend präzise erinnern können.

Zum anderen schützt ein vollständiges Unfallbuch natürlich auch Erzieher und Träger.

Denn hierdurch kann zumindest der erste Anschein begründet werden, dass ein durch Eltern unrichtig behaupteter Kita-Unfall (alles schon erlebt!) sich tatsächlich gar nicht in der Kita ereignet hat.

Schlussendlich zeugt ein nicht ordnungsgemäß geführtes Unfall- oder Verbandbuch nicht gerade von einer guten Organisation des Kindergartens durch den Träger und/oder der Einrichtungsleitung.

Daher sind Nachlässigkeiten an dieser Stelle umso verwunderlicher, als dass sich erfahrungsgemäß die jeweiligen Aufsichtsbehörden bei einem Besuch natürlich auch mal das Unfallbuch zur Einsicht vorlegen lassen.

Und es weckt natürlich ein gewisses Misstrauen, wenn sich über das ganze Jahr keine oder nur äußerst wenige Einträge finden lassen. Denn irgendwas – so sagt schon die Erfahrung – ist doch immer.

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