Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in Kita und Hort

Was Eltern bei einem unbegründeten Verdacht der Kindeswohlgefährdung erleben können – skandalös? Wohl eher nicht… 
Rechtsanwalt Holger Klaus

Die WELT berichtet anschaulich aus der Sicht von betroffenen Eltern was man bei einem letztendlich unbegründeten Verdacht der Kindeswohlgefährdung erleben kann und insbesondere wie man sich dabei fühlt.

Der Artikel lässt allerdings auch den Leser ein wenig ratlos zurück.

Sicherlich: Sollte es zutreffen, dass die dort dargestellte Hort-Leiterin zuvor nicht im gebotenen Umfang Erkundigungen bei der Bezugserzieherin und der Klassenlehrerin eingeholt hat, wäre dies sicherlich eine – vorsichtig ausgedrückt – eher suboptimale Vorgehensweise.

Gleiches gilt für die ausbleibende Rückmeldung vom Jugendamt. Immerhin handelt es sich um ein Verwaltungsverfahren mit den Eltern als Beteiligte. 

Auf der anderen Seite gibt es nun einmal aus gutem Grund den gesetzlichen Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII, der bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zum Handeln verpflichtet.

Und die unstreitig gefallene Äußerung des Kindes im beschriebenen Fall ist zunächst einmal ernst zunehmen. Womöglich hätte sich alles bereits früher aufklären lassen.

Schlussendlich aber bleibt es aber dabei, dass der Verdacht zum Handeln verpflichtet. Auch wenn dies für völlig unschuldige Eltern nachvollziehbar eine extrem unangenehme Situation bedeutet.

Der Gesetzgeber hat hier eine eindeutige Entscheidung getroffen und das Wohl der Kinder vorangestellt. 

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veröffentlicht von Rechtsanwalt Holger Klaus

VEST Rechtsanwälte LLP | Berlin
Fehrbelliner Str. 50, 10119 Berlin
Tel.: +49 30 21 808 787
www.vest-llp.de

Bitte beachten Sie, dass der obige Artikel nicht eine rechtliche Beratung im Einzelfall ersetzen kann. Sollten Sie daher Rat zu einem der oben behandelten Themen benötigen, würden wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, gerne auch zunächst per E-Mail, jederzeit freuen.

Rechtsanwalt Holger Klaus ist Autor des Fachbuches:

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“Kindeswohlgefährdung erkennen und vermeiden” von Prof. Marion Hundt
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Die Anwendung des § 8a SGB VIII ist wohl eines der schwierigsten Aufgaben im Leistungsspektrum einer sozialpädagogischen Fachkraft.

Dies gilt sowohl in rein rechtlicher Hinsicht – Wann ist denn nun die insoweit erfahrene Fachkraft hinzuzuziehen? Wer eignet sich eigentlich dafür? Wann muss bzw. darf ich das Jugendamt einschalten? – als auch und vor allem in psychischer Hinsicht, wenn etwa Sorgeberechtigten mitgeteilt werden muss, dass der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung vorliegt oder wenn das Kind trotz des

 

 

des Verdachts dem Elternteil vorläufig wieder überantwortet werden muss. Marion Hundt, Autorin der Loseblattsammlung “Kindertagesbetreuung in Berlin” gibt in Ihrem soeben erschienen Buch eine umfassende Übersicht über den Begriff des Kindeswohls, beleuchtet verständlich die gesetzlichen Grundlagen im Grundgesetz, im Bundeskinderschutzgesetz (in Kraft seit dem 01.01.2012) und in der UN-Kinderrechtskonvention.

Für die Praxis sicherlich relevanter ist die sehr gelungene Darstellung der Aufgaben, die der durch das KICK eingeführte § 8a SGB VIII den Trägern von Kindertageseinrichtungen stellt. Das Verfahren mit seinen verschiedenen Alternativen und die entscheidenden Begriffe wie “Gefährdungseinschätzung” und “Insoweit erfahrene Fachkraft” werden auch für den juristischen Laien sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Ergänzt werden die Ausführungen durch Hinweise auf besondere Konstellationen wie z.B. interkulturelle Aspekte, durch ein kurzes Kapitel zu den einschlägigen datenschutzrechtlichen Regelungen und durch die Darstellung der Kinderschutzaufgaben des Jugendamtes.

Abgerundet wird der gelungene Band mit einem Kapitel zum Begriff des Kindeswohls im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung der Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII.

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