Bildung, Bildung, Bildung!

Rechtsanwälte für Bildungsunternehmer
von Rechtsanwalt Holger Klaus
Wer keine Lust auf Aktien, Betongold und Co. hat, kann ruhigen Gewissens in die Bildung des Nachwuchses investieren

Was für ein Satz, den die zugegebenermaßen stets wirtschaftsfreundliche FAZ hier wiedergegeben hat:

“Frühkindliche Interventionen bringen die höchsten Renditen”

Wahrscheinlich stößt man sich unbewusst an dem Wort “Rendite”. Denn Rendite und Kinder im Zusammenhang zu erwähnen irritiert natürlich. Und die Höhe des Gehalts, das irgendwann einmal erzielt werden kann, ist selbstredend nicht das Maß aller Dinge. Denn, das wissen wir alle, Glück kann man nicht kaufen.

Und dennoch: Der Grundgedanke des Artikels ist ja, dass das für Bildung des Nachwuchses ausgegebene Geld nicht zum Fenster hinausgeworfen ist, sondern sich – zumindest statistisch – im späteren (Berufs-) Leben mehr als bemerkbar machen wird.

Daher: Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung im Sinne frühkindlicher Bildung kostet Geld, sollte aber als Ausgabe nicht gescheut werden. Soweit Staat, Länder und Kommunen bereit sind, hierfür aufzukommen – perfekt. Wenn nicht oder nur halbherzig werden sich Eltern selber ihre Alternativen bei freien Kita-Trägern oder Schulen suchen und gegebenenfalls hierfür bereit sein, auch mehr zu zahlen.

Immerhin ist das besser – und damit kommen wir zum Ausgangspunkt des FAZ-Artikels zurück – als an der Börse oder dem Immobilienmarkt Verluste einzufahren.

VEST Rechtsanwälte LLP für Bildungsunternehmer

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veröffentlicht von Rechtsanwalt Lars Ihlenfeld

VEST Rechtsanwälte LLP | Berlin
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Bitte beachten Sie, dass der obige Artikel nicht eine rechtliche Beratung im Einzelfall ersetzen kann. Sollten Sie daher Rat zu einem der oben behandelten Themen benötigen, würden wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, gerne auch zunächst per E-Mail, jederzeit freuen.

Die vom Einkommen abhängige Höhe der Elternbeiträge …

Rechtsanwälte für Bildungsunternehmer
von Rechtsanwalt Lars Ihlenfeld
… ist für Berliner Eltern eine Selbstverständlichkeit, sofern man überhaupt noch einen Elternbeitrag leistet

In Berlin herrscht schließlich Beitragsfreiheit für die letzten drei Jahre vor Beginn der Schulpflicht

Andernorts in der Republik ist die Höhe der Elternbeiträge und die soziale Staffelung ein Thema, das immer wieder die Gerichte beschäftigt. Im Herbst vergangenen Jahres kippte das Oberverwaltungsgericht der Freien Hansestadt Bremen die teilweise Erhöhung der Hort-Beiträge, u.a. wegen der Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes (http://www.oberverwaltungsgericht.bremen.de/sixcms/media.php/13/2_D_106_13_Urteil_anonym.pdf).

In Brandenburg begehren Eltern gegen die von Kommune zu Kommune höchst unterschiedliche Höhe der Elternbeiträge auf. Hier sind Unterschiede von über 300 €/Monat zu verzeichnen (http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1368535). Und auch hier hielt bereits eine Gebührensatzung, nämlich die der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, der richterlichen Überprüfung nicht stand (VG 10 K 1702/11, Urteil des Verwaltungsgerichts Potsdam vom 14.07.2014).

Immerhin, so muss man aus Sicht der von uns vertretenen Eltern in Schleswig-Holstein sagen, gab es in Bremen und Blankenfelde-Mahlow eine einkommensabhängige Staffelung der Beiträge, wenn diese auch nicht rechtmäßig war.

Der kirchliche Träger dort, bei dem ihre Kinder betreut werden, sieht in seiner Beitragsordnung überhaupt keine regelmäßige am Einkommen oder an der Zahl der Haushaltsmitglieder orientierte Staffelung vor. Lediglich für in der Einrichtung betreuten Geschwisterkinder gibt es einen Abschlag. Obwohl dies aus unserer Sicht ein klarer Verstoß gegen § 25 Absatz 3 KiTaG S-H (Satz 2: “Teilnahmebeiträge oder Gebühren sollen so festgesetzt werden, dass Familien mit geringerem Einkommen und Familien mit mehreren Kindern in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflegestellen eine Ermäßigung erhalten.”) und § 90 Absatz 1 SGB VIII ist, wird dies seit Jahren hingenommen. Wer will schon seinen Platz riskieren.

Der Träger verweist in seiner Beitragsordnung ausschließlich auf einen teilweisen oder vollständigen Erlass der Beiträge, wenn die Eltern anhand umfangreicher Belege nachweisen können, dass die Zahlung des Beitrags für sie nicht zumutbar ist (§ 90 Abs. 3 SGB VIII). Diese Regelung ist aber als Ausnahmeregelung für Härtefälle zu verstehen und nicht als Basis einer einkommensabhängigen Regel-Staffelung der Beiträge, wie auch die Richter in Bremen in o.g. Urteil befanden.

Ob die Kita-Beitragsordnung rechtmäßig ist oder nicht und ob damit gar eine Rückforderungswelle ausgelöst wird, wird in diesem Frühjahr wohl ein Amtsgericht an der Nordseeküste auf unseren Antrag hin entscheiden. An der Nordsee ist die Tide bekanntermaßen ziemlich ausgeprägt …

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

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