Achtung: Keine Texte, Notizen oder Markierungen auf Bewerbungsunterlagen!

Wer auf eine Stellenanzeige Bewerbungsunterlagen erhält sollte sich davor hüten, diese direkt mit Anmerkungen zu versehen. 
Rechtsanwalt Holger Klaus

Eine Stellenanzeige für einen freien Job in der Kita ist schnell aufgegeben und ebenso schnell gehen dann die Bewerbungsschreiben beim Kindergarten-Träger ein.

Nicht nur unhöflich und unachtsam, sondern geradezu fahrlässig ist es dann, diese Unterlagen selbst mit schriftlichen Bemerkungen zu kommentieren.

Dies vor allem, wenn die Unterlagen nach Abschluss des Auswahlverfahrens dem jeweiligen (erfolglosen) Bewerber wieder zur Verfügung gestellt werden sollen.

Denn dann kann dieser Bewerber aus den Anmerkungen womöglich Rückschlüsse auf den Grund der Ablehnung ziehen. Und nicht selten kann hierdurch der Anschein einer Diskriminierung entstehen. Eine Diskriminierung nach dem AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) wiederrum begründet Schadensersatzansprüche des abgelehnten Bewerbers.

Das es sich hierbei nicht nur um ein theoretisches Problem handelt, zeigt ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (LAG Hamm, Urteil vom 6. Juni 2013 · Az. 11 Sa 335/13).

In dem dort entschiedenen Fall (noch nicht rechtskräftig) wurde einer erfolglosen Bewerberin ein Schadensersatz wegen einer Diskriminierung zugesprochen, nachdem dieser ihre Bewerbungsunterlagen mit entsprechenden Anmerkungen zur ihrem 7 jährigen Kind (“7 Jahre alt!”) zurückgegeben wurden und eine andere Bewerberin – bezeichnenderweise ohne Kind – eingestellt wurde. 

Zum Urteil des LAG Hamm

Fazit: Anmerkungen auf Bewerbungsunterlagen sollten generell unterbleiben. Gerade in Hinblick auf etwaige Vermutungen einer Diskriminierung im Sinne des AGG verbieten sie sich geradezu. Auch lediglich farbliche Hervorhebungen mittels Textmarkern etc. können einen vergleichbaren Eindruck hinterlassen und sollten daher ebenso vermieden werden.

Update 02.10.2014: 

Das Bundesarbeitsgericht hat sich mittlerweile auch mit diesem Fall befassen dürfen und das Verfahren nach erfolgter Revision der Beklagtenseite an das Landesarbeitsgericht zur weiteren Prüfung zurück verwiesen.

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veröffentlicht von Rechtsanwalt Holger Klaus

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