Schlechter als “gut” im Arbeitszeugnis muss der Arbeitgeber beweisen

Das Arbeitsgericht Berlin sieht Arbeitgeber in der Pflicht, im Streitfall eine schlechtere Note als “gut” im Arbeitszeugnis beweisen zu müssen.
Rechtsanwalt Holger Klaus

Denn die Note “3″, also “befriedigend”, sei in Arbeitszeugnissen nicht mehr durchschnittlich. 

Dies sei aufgrund eines Wandels bei der Ausstellung von Zeugnissen in Deutschland nunmehr das “Gut”, da diese Benotung sich in den meisten Zeugnissen wiederfinden würde, so zumindest das Arbeitsgericht Berlin (ArbG Berlin 26.10.2012, 28 Ca 18230/11).

Fordert nun ein Arbeitnehmer ein “gut” ein, so hat der Arbeitgeber – zumindest nach Ansicht des Arbeitsgerichts Berlin im vorliegenden Fall – die Gründe für eine schlechtere Bewertung darzulegen und zu beweisen.

Dabei genügen keine formelhaften Begründungen, sondern es sind konkret und nachvollziehbar die Gründe darzulegen.

Anders verhält es sich jedoch nach wie vor, wenn der Arbeitnehmer ein “sehr gut” begehrt. Für eine solch überdurchschnittliche Bewertung ist er dann darlegungs- und beweisbelastet.

veröffentlicht von Rechtsanwalt Holger Klaus

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